Sehr wenige Menschen wissen heute, woher das Wasser kommt und was es alles kann. Die Menschen in den Industrieländern machen sich darüber keine Gedanken. Sie verstehen nicht, warum man es schützen soll, wo es doch so reichlich vorhanden ist. Man braucht nur den Wasserhahn aufdrehen und schon fließt es. Wir gehen damit um, als wäre es kostenlos, jederzeit unbegrenzt verfügbar. Wasser ist weltweit ein riesiger Industriesektor geworden, denkt man nur an die Wasserversorgung, Wasserkraftwerke, die Wasserentsalzung und -reinigung und vieles mehr.

Wasser ist ein Lebewesen – es lebt in uns. Wir bestehen zu 70 % aus Wasser, es organisiert unser Leben, nicht nur in uns Menschen, sondern auch in Tieren, Pflanzen u.v.m. und das seit sehr vielen Millionen Jahren. Was das Wasser in und um uns leistet, können wir uns kaum vorstellen. Die Wasserforschung wird wie die Quantenphysik in ein Ecke gestellt, dabei sind sie eng miteinander verbunden. Viele Menschen denken, das sei viel zu kompliziert, ich fange am besten gar nicht an, darüber nachzudenken, oder mich dafür zu interessieren. Darüber sollen sich die Wissenschaftler Gedanken machen, doch nicht ich! Der Nutzen des Wassers wird heute auf die Bedürfnisse des Einzelnen reduziert.

Wir werden und können niemals alle Geheimnisse des Wassers verstehen, weil unsere Sichtweise beschränkt ist. Was wir bisher über das Wasser wissen, ist so grandios und einzigartig, dass wir dem Wasser mit Ehrfurcht begegnen sollten. Ist uns diese Ehrfurcht etwa verloren gegangen? In vielen Regionen der Erde, ist oder war das Wasser heilig. Die Menschen haben erkannt, dass es nicht von dieser Welt stammt, sondern ein Geschenk der Schöpfung ist und nicht künstlich erzeugt werden kann. Ein Tropfen im Meer weiß all das, was das gesamte Meer weiß. Vielleicht gerade deswegen, weil wir es nicht verstehen, ist uns das Wasser so gleichgültig.

Frauen sind viel einfühlsamer und gefühlvoller. Daher rufe ich alle Frauen der Erde auf: Setzt euch für den Schutz dieses wertvollen Gutes ein. Vermittelt der Jugend den Wert für die Zukunft der Menschheit.

Wir alle können auf dieser Welt viel bewegen, das haben wir in der Vergangenheit gezeigt, jedoch nur im Sinne des Guten, nicht des Bösen. Wohin das Böse führt, haben wir oft genug erfahren müssen und erfahren es noch immer. Wasser wird auch vielerorts als Plage angesehen, denken wir dabei nur an die vielen Unwetter und Überschwemmungen, die es jetzt vermehrt gibt, aber schon immer gegeben hat. Früher dachte man, Gott bestraft uns, aber nicht Gott bestraft uns, sondern wir uns selbst. Viele wollen es nicht wahrhaben, dass es etwas mit unserem ausbeuterischen und unersättlichen Leben zu tun hat.

Die Natur ist des Wassers Schöpfung. Ohne Wasser, das ursprünglich aus dem Weltall kam, gäbe es weder Natur, noch uns. Wer daran zweifelt, hat den Sinn des Wassers nicht verstanden. Wasser ist geboren, um Leben entstehen zu lassen. Wasser ist der Keim des Lebens, ohne diesen Keim könnte nichts existieren. Viele denken, wir seien die Krone der Schöpfung, dem ist aber nicht so, anstatt dankbar zu sein, sind wir unersättlich. Wenn wir nicht erkennen, welch wertvolles und zu schützendes Gut Wasser ist, wird es uns in naher Zukunft schlecht ergehen und viele werden elendig zugrunde gehen. Es ist sehr traurig, dass bereits heute täglich hunderte Menschen sterben, weil sie nur verschmutztes Wasser zur Verfügung haben.

Was kann sauberes Wasser alles zum Wohle der Menschheit beitragen? Sehr viel: Ressourcen könnten eingespart werden, viele Krankheiten und Leid würden den Menschen erspart bleiben, wenn der gesamten Menschheit ausreichend lebendiges Wasser zur Verfügung gestellt würde, anstatt Kriege zu führen. Krieg ist Bruderstreit, der die Menschen entzweit. Wie friedlich das Wasser in seiner Natur ist, haben wir noch immer nicht erkannt, aber Erkenntnis kommt von erkennen. Erkennen wir das Wasser in seiner wahren Einfachheit, seiner wahren Schönheit an.

Wasser schafft auch Frieden, aber will der Mensch wirklich Frieden? Ist Krieg nicht lukrativer als Frieden? Frieden schafft Freude, Krieg aber Leid und Verwüstung. Wollen wir das? Jeder Mensch ist aufgerufen, mit Frieden und in Frieden zu leben und davon überzeugt sein! Wasser hat die Kraft, diesen Frieden zu schaffen, wenn wir die Reinheit des Wassers erkennen. Für unsere Kinder wollen wir das Beste. Wasser will für uns das Beste, erkennen wir es! Lasst uns mit dem Wasser Frieden schließen.



Reinhold Kistenich (82) nach 35-jähriger Selbstständigkeit im Kältegewerbe ist er Pensionist. Seit über 30 Jahren beobachtet und fotografiert er Wasser, über das er ein Buch: „Wasser-Augenblicke-Gedankenspiele“ veröffentlichte. In Kürze folgen weitere. Sein Spezialgebiet sind derzeit tanzende Tropfen.

